Der Intraday-Preis ist der Großhandelsstrompreis für kurzfristige Lieferungen nach dem Day-Ahead-Handel. Der Handel kann bereits am Vortag beginnen und reicht je nach Markt und Produkt bis kurz vor die Lieferung. Marktteilnehmer reagieren damit auf aktualisierte Verbrauchs- und Erzeugungsprognosen oder ungeplante Anlagenausfälle.
Intraday-Preise auf einen Blick
- Im kontinuierlichen Handel können für dasselbe Lieferintervall unterschiedliche Abschlusspreise entstehen.
- Jede Intraday-Auktion ermittelt einen gemeinsamen Preis je Lieferintervall und Gebotszone.
- Batteriespeicher können kurzfristige Preisunterschiede nutzen; mögliche Erlöse hängen von Handelsbedingungen und Anlagenflexibilität ab.
Wie entstehen Intraday-Preise?
Im kontinuierlichen Handel werden passende Kauf- und Verkaufsorders laufend zusammengeführt. Jeder Geschäftsabschluss hat einen eigenen Preis. Anders als die bereits feststehende Day-Ahead-Preiskurve verändert sich die handelbare Preissituation dadurch laufend.
Bei Intraday-Auktionen werden Gebote zu festgelegten Zeitpunkten gesammelt. Innerhalb der jeweiligen Auktion entsteht je Lieferintervall und Gebotszone ein gemeinsamer Auktionspreis. Die europäische Marktkopplung berücksichtigt dabei verfügbare grenzüberschreitende Übertragungskapazitäten.
Preisindizes fassen abgeschlossene Geschäfte zusammen. Der ID3 der EPEX SPOT ist beispielsweise der volumengewichtete Durchschnittspreis der Geschäfte innerhalb der letzten drei Handelsstunden eines Kontrakts. Er ist kein garantiert ausführbarer Handelspreis.
Die Angabe eines Intraday-Preises benötigt deshalb Lieferintervall, Marktgebiet und Preisart einschließlich der konkreten Auktion beziehungsweise des Index. Bei aktuellen Handelsangeboten ist zusätzlich der Beobachtungszeitpunkt relevant.
Welche Bedeutung haben Intraday-Preise für Batteriespeicher?
Batteriespeicher können ihre geplanten Lade- und Entladefahrpläne kurzfristig anpassen. Wird beispielsweise für das Marktgebiet mehr Photovoltaikerzeugung erwartet und sinken die Intraday-Preise, kann ein Vermarkter zusätzliche Strommengen kaufen und einen angepassten Ladefahrplan an das Energiemanagementsystem (EMS) übertragen.
Ob sich eine Anpassung lohnt, hängt von tatsächlich ausführbaren Kauf- und Verkaufspreisen, verfügbaren Handelsmengen, Gebühren, Speicherverlusten und Batteriealterung ab. Historische Durchschnittspreise allein reichen für eine belastbare Wirtschaftlichkeitsbewertung nicht aus.
Ladezustand, Lade- und Entladeleistung, Netzanschlussgrenzen sowie bestehende Liefer- oder Regelreserveverpflichtungen begrenzen die nutzbare Flexibilität.
Wie unterstützt EcoPhi die Umsetzung?
EcoPhi kann projektspezifisch aktualisierte Fahrpläne oder Leistungssollwerte eines Vermarkters empfangen, lokal an Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern umsetzen und Betriebsdaten zurückmelden. Dafür müssen Schnittstellen, Aktualisierungsrate und technische Grenzen abgestimmt sein.
Die lokale EMS-Steuerung ist von Handelsentscheidungen, Börsenzugang und Bilanzkreisführung zu unterscheiden. Diese Marktaufgaben werden nicht allein durch die technische Anbindung übernommen.
Intraday-Handel zusammengefasst
Intraday-Preise ermöglichen kurzfristige Anpassungen von Handel und Anlagenbetrieb, deren Nutzen von ausführbaren Geschäften und verfügbarer Anlagenflexibilität abhängt.
Häufige Fragen zum Intraday-Preis
Eröffnet ein dynamischer Stromtarif automatisch Intraday-Erlöse?
Nein. Maßgeblich sind die vertragliche Preisgrundlage und die Einbindung in den Handel, beispielsweise über einen Vermarkter.
Ist der Intraday-Preis der vollständige Strombezugspreis?
Nein. Je nach Vertrag und Standort kommen weitere Kostenbestandteile hinzu, etwa Netzentgelte, Steuern und Abgaben.
