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Datalogger und Controller übernehmen unterschiedliche Aufgaben bei der Überwachung und Steuerung von Energieanlagen. Ein Datalogger erfasst, speichert und überträgt Mess- und Betriebsdaten angeschlossener Geräte. Ein Controller verarbeitet aktuelle Messwerte zusätzlich nach definierten Regeln und gibt Steuerbefehle oder Sollwerte an Anlagenkomponenten aus. Beide Funktionen können in einem Gerät kombiniert sein.

Datalogger und Controller kurz zusammengefasst

  • Ein Datalogger sammelt Daten von Wechselrichtern, BESS, Energiezählern, Sensoren und weiteren Geräten und stellt sie für Monitoring und Auswertungen bereit.
  • Ein Controller nutzt Messwerte, Grenzwerte und Betriebsziele, um angeschlossene Anlagen lokal mit einer für die jeweilige Regelungsaufgabe geeigneten Zyklus- und Reaktionszeit zu steuern.
  • Die Zuverlässigkeit hängt unter anderem von kompatiblen Schnittstellen, ausreichender Datenqualität, geeigneten Aktualisierungsraten und einem definierten Verhalten bei Kommunikationsausfällen ab.
  • Ein Gerät kann gleichzeitig als Datalogger, Kommunikationsgateway und Controller arbeiten. Die Funktionen müssen technisch dennoch voneinander unterschieden werden.

Wie werden Anlagendaten erfasst und verarbeitet?

Ein Datalogger kommuniziert mit den angeschlossenen Anlagenkomponenten und liest deren Messwerte und Betriebszustände aus. Typische Daten sind Wirkleistung, Blindleistung, Energie, Spannung, Strom, Frequenz, Temperaturen, Ladezustand oder Gerätestatus. Für die Kommunikation kommen beispielsweise Protokolle und Bussysteme wie Modbus TCP, Modbus RTU oder CAN zum Einsatz. Weitere Möglichkeiten sind fest verdrahtete analoge und digitale Ein- und Ausgänge sowie Programmierschnittstellen (APIs).

Die erfassten Werte werden mit Zeitstempeln versehen und je nach System lokal validiert, skaliert, aggregiert oder zwischengespeichert. Anschließend werden sie üblicherweise an eine Monitoringplattform übertragen. Dort können die Daten visualisiert, historisch ausgewertet oder für Berichte und Alarme verwendet werden.

Eine lokale Pufferung kann bei vorübergehenden Internet- oder Serverausfällen verhindern, dass bereits erfasste Daten unmittelbar verloren gehen. Voraussetzung sind eine ausreichende Speicherkapazität und eine erfolgreiche nachträgliche Übertragung. Die mögliche Pufferdauer und das Verhalten bei vollständig belegtem Speicher hängen von der jeweiligen Geräte- und Systemkonfiguration ab.

Ein Controller erweitert diesen Datenfluss um eine aktive Steuerung. Er vergleicht aktuelle Messwerte mit Grenzwerten, Sollwerten und Betriebszielen. Daraus berechnet er beispielsweise Vorgaben für die Wirkleistung oder Blindleistung eines PV-Wechselrichters, die Lade- oder Entladeleistung eines BESS oder den Schaltzustand eines steuerbaren Verbrauchers.

Für lokale Regelungen sind definierte und zur jeweiligen Anwendung passende Aktualisierungs- und Reaktionszeiten entscheidend. Deshalb sollte die Regelungslogik nicht ausschließlich von einer dauerhaften Internetverbindung abhängen. Je nach Anwendung müssen außerdem Ersatzwerte, Kommunikationszeitüberschreitungen, Prioritäten und sichere Betriebszustände festgelegt werden. So lässt sich bestimmen, wie das System bei ungültigen Messwerten, nicht erreichbaren Geräten oder dem Ausfall eines übergeordneten Systems reagiert.

Wo werden Datalogger und Controller eingesetzt?

Datalogger und Controller kommen in verschiedenen Energieanlagen zum Einsatz:

  • Beim PV-Monitoring erfasst ein Datalogger Erzeugungswerte, Gerätestatus und Fehlermeldungen, um den Anlagenbetrieb nachvollziehbar zu machen.
  • In PV- und BESS-Systemen kann ein Controller die Erzeugung, Speicherung und den Verbrauch anhand des Messwerts am Netzanschlusspunkt koordinieren.
  • Bei einer Einspeisebegrenzung gibt der Controller den Wechselrichtern dynamische Leistungssollwerte vor, damit ein definierter Grenzwert eingehalten wird.
  • In Hybrid– und Off-Grid-Systemen können Messwerte von PV-Anlage, BESS, Verbrauchern und Generatoren zusammengeführt und für eine koordinierte Anlagensteuerung verwendet werden.

Nutzen, Grenzen und technische Voraussetzungen

Eine kontinuierliche Datenerfassung schafft Transparenz über Energieflüsse, Erträge, Verbrauch und Anlagenzustände. Historische Daten unterstützen die Fehleranalyse, das Reporting und die Bewertung der Anlagenleistung. Eine lokale Steuerung ermöglicht zusätzlich, Komponenten aufeinander abzustimmen und definierte Betriebsziele automatisiert umzusetzen.

Die Aussagekraft der Daten hängt von der Messgenauigkeit, der zeitlichen Auflösung, der Zeitsynchronität und der korrekten Zuordnung der Messpunkte ab. Fehlende Werte, voneinander abweichende Zeitstempel oder unplausible Gerätesignale können Auswertungen und Regelungen beeinträchtigen. Bei aktiven Steuerungen müssen außerdem die Kommunikationslatenz, die tatsächliche Reaktionszeit der Geräte sowie deren zulässige Betriebsgrenzen berücksichtigt werden.

Voraussetzung sind kompatible und ausreichend dokumentierte Schnittstellen. Steuerbefehle können nur umgesetzt werden, wenn die angeschlossenen Komponenten einen schreibenden Zugriff oder eine andere geeignete Ansteuerung unterstützen. Ebenso wichtig sind eine stabile lokale Kommunikation sowie definierte Sicherheits- und Ersatzstrategien für Störungsfälle.

Datalogging und Anlagensteuerung mit EcoPhi

EcoPhi-Geräte können je nach Ausführung, Softwarestand und Projektkonfiguration als Datalogger, Kommunikationsgateway oder lokaler Controller eingesetzt werden. Sie können Daten angeschlossener Energieanlagen erfassen und an das EcoPhi Portal übertragen. Dort stehen die Daten für Visualisierung, historische Auswertung, Alarmierung und Reporting zur Verfügung. Ob und in welchem Umfang eine lokale Datenpufferung unterstützt wird, hängt vom eingesetzten Gerät und der jeweiligen Konfiguration ab.

Bei entsprechender technischer Ausstattung und Projektkonfiguration können EcoPhi-Geräte außerdem aktive EMS– und Anlagenregelungen ausführen und Sollwerte an steuerbare Komponenten übermitteln. Der konkrete Funktionsumfang richtet sich nach dem eingesetzten EcoPhi-Gerät, den verfügbaren Schnittstellen, den unterstützten Gerätefunktionen und der erforderlichen Regelgeschwindigkeit. Projektspezifische Integrationen oder Regelalgorithmen können zusätzliche Engineering-Leistungen erfordern.

Fazit: Datenerfassung und Steuerung klar unterscheiden

Ein Datalogger bildet die Grundlage für Monitoring und Datenauswertung, während ein Controller aktiv in den Anlagenbetrieb eingreift. Kombinierte Geräte können beide Aufgaben übernehmen. Für einen zuverlässigen Betrieb sind kompatible Schnittstellen, anwendungsgerechte Reaktionszeiten, belastbare Messwerte und definierte Reaktionen auf Störungen erforderlich.

Häufig gestellte Fragen

Was unterscheidet einen Datalogger von einem Controller?

Ein Datalogger stellt Anlagendaten für Monitoring und Auswertungen bereit. Ein Controller nutzt aktuelle Messwerte zusätzlich, um Sollwerte oder Steuerbefehle für angeschlossene Komponenten zu berechnen.

Kann ein Datalogger auch eine Anlage steuern?

Nur wenn das Gerät zusätzlich über Controller-Funktionen verfügt. Datenerfassung und aktive Regelung sind unterschiedliche technische Aufgaben, auch wenn sie auf derselben Hardware ausgeführt werden können.

Funktioniert ein lokaler Controller ohne Internetverbindung?

Lokale Regelungen können grundsätzlich ohne dauerhafte Internetverbindung ausgeführt werden, sofern Messwerte, Regelungslogik und Gerätekommunikation lokal verfügbar sind. Cloudbasierte Funktionen und die Übertragung an eine Monitoringplattform können während des Ausfalls eingeschränkt sein.

Welche Schnittstellen werden für Datalogger und Controller verwendet?

Häufig eingesetzte Protokolle und Bussysteme sind Modbus TCP, Modbus RTU und CAN. Zusätzlich können analoge oder digitale Ein- und Ausgänge sowie APIs verwendet werden. Welche Schnittstelle geeignet ist, hängt von den angeschlossenen Geräten und den benötigten Lese- oder Steuerfunktionen ab.

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