Day-Ahead-Preis: Strompreise für den Folgetag

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Der Day-Ahead-Preis ist der in einer Börsenauktion am Vortag ermittelte Großhandelsstrompreis für ein bestimmtes Lieferintervall des folgenden Tages. Er gilt jeweils für eine Gebotszone, beispielsweise Deutschland–Luxemburg.

Day-Ahead-Preise auf einen Blick

  • Die Preise unterscheiden sich nach Lieferintervall und Gebotszone.
  • Die veröffentlichte Preiskurve ermöglicht eine vorausschauende Betriebsplanung.
  • Der Börsenpreis ist nur ein Bestandteil der tatsächlichen Stromkosten.

Wie entstehen Day-Ahead-Preise?

Marktteilnehmer geben Kauf- und Verkaufsgebote für Strommengen mit Preisgrenzen ab. Die europäische Marktkopplung ermittelt daraus Handelsmengen und je Lieferintervall einen einheitlichen Markträumungspreis innerhalb jeder Gebotszone. Dabei berücksichtigt sie verfügbare grenzüberschreitende Übertragungskapazitäten.

Wesentliche Einflussgrößen sind Verbrauch, Photovoltaik- und Windproduktion, Kraftwerksverfügbarkeit sowie Brennstoff- und CO₂-Kosten.

Seit dem Liefertag 1. Oktober 2025 gelten im gekoppelten europäischen Day-Ahead-Markt 15-Minuten-Intervalle. Ein Tag mit 24 Stunden umfasst 96 Viertelstundenpreise je Gebotszone. Ein Tagesdurchschnitt fasst diese lediglich zusammen. Spätere Intraday-Geschäfte haben eigene Preise und verändern die feststehenden Day-Ahead-Preise nicht.

Die übliche Einheit ist €/MWh: 100 €/MWh entsprechen 10 ct/kWh, ohne weitere Preisbestandteile.

Wie nutzen Energiemanagementsysteme die Preise?

Ein Energiemanagementsystem (EMS) kann Batteriespeicher in günstigen Zeitfenstern laden und bei höheren Bezugspreisen zur Verbrauchsdeckung entladen lassen. Auch flexible Verbraucher wie Ladepunkte können günstige Intervalle nutzen.

Das EMS muss technische Betriebsgrenzen einhalten. Je nach Anlage und Strategie berücksichtigt die Optimierung außerdem Photovoltaik- und Lastprognosen, Ladezustand, Wirkungsgrad, Batterieverschleiß und weitere Betriebsziele.

Preisabhängige Lastverschiebung lohnt sich, wenn der Bezugs- oder Vermarktungsvertrag die Preisunterschiede wirtschaftlich nutzbar macht und die Einsparungen oder Mehrerlöse zusätzliche Kosten einschließlich Verlusten und Verschleiß übersteigen. Netzentgelte, Steuern, Umlagen und Lieferantenaufschläge können hinzukommen. Negative Börsenpreise bedeuten daher nicht automatisch kostenlosen Strom. Ebenso garantiert ein günstiger Preis keine freie Kapazität im lokalen Netz.

Day-Ahead-Preise in EcoPhi-Projekten

Day-Ahead-Preise können als externe Eingangsdaten für preisabhängige EMS-Strategien dienen. Voraussetzung sind eine geeignete Preisdatenanbindung, korrekt zugeordnete Lieferintervalle und passende Anlagenschnittstellen. Die Umsetzung ist projektabhängig und kann zusätzliche Integration erfordern.

Die technische Fahrplanumsetzung ist von Börsenhandel, Bilanzkreisführung und kaufmännischer Abrechnung zu unterscheiden.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Day-Ahead- und Intraday-Preisen?

Day-Ahead-Preise werden in einer Auktion vor dem Liefertermin festgelegt. Intraday-Preise ergeben sich aus dem nachgelagerten Handel kurz vor der Lieferung und ermöglichen es den Marktteilnehmern, ihre Positionen auf der Grundlage aktualisierter Prognosen oder sich ändernder Bedingungen anzupassen.

Wann werden die Day-Ahead-Strompreise veröffentlicht?

Die Preise werden am Tag vor der physischen Lieferung festgelegt und veröffentlicht. Sie geben einen Preis für jedes 15-minütige Lieferintervall innerhalb der jeweiligen Gebotszone an.

Warum können Day-Ahead-Preise negativ werden?

Negative Preise können auftreten, wenn das Stromangebot die Nachfrage übersteigt und unflexible Kraftwerke oder subventionierte Anlagen weiter produzieren. In solchen Zeiträumen zahlen Verkäufer unter Umständen effektiv an Käufer, damit diese Strom verbrauchen oder speichern.

Kann ein Unternehmen Strom direkt zum Day-Ahead-Preis kaufen?

In der Regel nicht ohne eine entsprechende Vereinbarung zur Stromversorgung, zum Stromhandel oder zur Vermarktung. Ob ein Unternehmen von Day-Ahead-Preisschwankungen profitiert, hängt von seinem Vertrag und davon ab, wie die Großhandelspreise weitergegeben werden.

Bedeutet ein negativer Day-Ahead-Preis, dass Strom kostenlos ist?

Nein. Netzentgelte, Steuern, Abgaben, Margen der Versorger und andere Preisbestandteile können weiterhin anfallen. Die tatsächlichen Kosten hängen vom Vertrag des Kunden und den geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen ab.

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