Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensor

Inhaltsverzeichnis

Ein Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensor erfasst die Umgebungstemperatur und die relative Luftfeuchtigkeit an einem Standort, in einem Gebäude oder in einem Gehäuse. Die Messwerte werden üblicherweise in Grad Celsius (°C) und Prozent relativer Luftfeuchtigkeit (% rF) angegeben. Aus beiden Messgrößen lässt sich zusätzlich der Taupunkt berechnen. Kühlt eine Oberfläche auf diese Temperatur oder darunter ab, kann Wasserdampf an ihr kondensieren.

Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensoren kurz zusammengefasst

  • Der Sensor überwacht klimatische Bedingungen in Technikräumen, Schaltschränken, Produktionsbereichen und Energieanlagen.
  • Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit müssen gemeinsam betrachtet werden, da die relative Luftfeuchtigkeit temperaturabhängig ist.
  • Der berechnete Taupunkt unterstützt die frühzeitige Erkennung möglicher Kondensation an kühleren Oberflächen.
  • Grenzwerte, Zeitverzögerungen und Hysteresen ermöglichen eine gezielte Alarmierung bei kritischen Umgebungsbedingungen.

Wie werden Temperatur und Luftfeuchtigkeit gemessen und der Taupunkt berechnet?

Ein Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensor kombiniert üblicherweise zwei Messelemente in einem Gerät. Das Temperatursensorelement erfasst die thermischen Bedingungen am Montageort. Das Feuchtesensorelement bestimmt die relative Luftfeuchtigkeit als Verhältnis zwischen dem vorhandenen Wasserdampfgehalt und dem bei der jeweiligen Temperatur möglichen Sättigungszustand.

Mit steigender Temperatur steigt der Sättigungsdampfdruck. Deshalb sinkt bei gleichbleibendem Wasserdampfgehalt die relative Luftfeuchtigkeit, wenn sich die Luft erwärmt, und steigt, wenn sie abkühlt. Ein Feuchtigkeitswert sollte daher nicht unabhängig von der gleichzeitig gemessenen Temperatur bewertet werden.

Aus Temperatur und relativer Luftfeuchtigkeit kann der Taupunkt berechnet werden. Kühlt eine Oberfläche auf diesen Wert oder darunter ab, kann sich Kondenswasser bilden. Das ist insbesondere in Schaltschränken, Technikräumen und Gehäusen relevant, da Feuchtigkeit Korrosion, Isolationsprobleme oder Störungen elektrischer Komponenten begünstigen kann.

Die Messwerte werden an einen Datenlogger, eine Steuerung oder ein EMS übertragen. Je nach Sensortyp erfolgt die Übertragung beispielsweise über ein analoges 0–10-V- oder 4–20-mA-Signal oder eine digitale Schnittstelle wie RS-485 beziehungsweise Modbus. Das angeschlossene System kann die Messwerte speichern, visualisieren und mit Betriebszuständen, Leistungsdaten oder Fehlermeldungen vergleichen.

Wo werden die Sensoren im Energiemonitoring eingesetzt?

Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensoren unterstützen verschiedene Überwachungsaufgaben:

  • In BESS-Räumen, Wechselrichterstationen und Serverräumen zeigen sie Übertemperatur, hohe Luftfeuchtigkeit oder eine unzureichende Belüftung an.
  • In Schaltschränken und Datenlogger-Gehäusen helfen sie, thermische Belastungen und mögliche Kondensationsrisiken zu erkennen.
  • In Produktionsbereichen und Lagerhallen dokumentieren sie Umgebungsbedingungen, die Prozesse, Produkte oder technische Komponenten beeinflussen können.
  • Bei Kühlungs-, Lüftungs- und Heizungsanlagen ermöglichen sie die Überprüfung, ob die vorgesehene Klimatisierung wirksam arbeitet.

Historische Messdaten können außerdem dabei helfen, Störungen, Leistungsabweichungen oder eine beschleunigte Komponentenalterung im Zusammenhang mit den Umgebungsbedingungen zu untersuchen.

Messqualität, Alarmierung und technische Voraussetzungen

Die Position des Sensors beeinflusst die Aussagekraft der Messwerte erheblich. Direkte Sonneneinstrahlung, nahe Wärmequellen, Luftauslässe oder schlecht belüftete Bereiche können Werte erzeugen, die nicht für den gesamten überwachten Bereich repräsentativ sind. Außen eingesetzte Sensoren benötigen daher einen geeigneten Strahlungs- und Witterungsschutz.

Messgenauigkeit, Kalibrierung, Schutzart sowie der zulässige Temperatur- und Feuchtigkeitsbereich müssen zum Einsatzort passen. Ebenso ist zu prüfen, ob die verfügbare Kommunikationsschnittstelle, Versorgungsspannung und Leitungslänge mit dem Sensor kompatibel sind.

Für Alarmierungen sollten nicht nur obere und untere Grenzwerte, sondern auch Zeitverzögerungen und Hysteresen definiert werden. Eine Zeitverzögerung verhindert Alarme bei kurzen, unkritischen Schwankungen. Die Hysterese legt fest, wie weit sich der Messwert wieder normalisieren muss, bevor ein Alarm zurückgesetzt wird.

Einbindung in das EcoPhi Monitoring

EcoPhi kann Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensoren über verfügbare analoge oder digitale Schnittstellen anbinden. Standardmäßig dienen die Sensordaten der Überwachung, Speicherung, Visualisierung und Alarmierung. Zusätzlich können die Messwerte mit Anlagenzuständen, Leistungsdaten oder Fehlermeldungen verglichen werden.

Eine aktive Regelung von Lüftung, Kühlung oder Heizung kann projektspezifisch umgesetzt werden, sofern kompatible Aktoren und Steuerungsschnittstellen vorhanden sind. Die konkrete Funktionalität hängt von den eingesetzten Geräten, verfügbaren Schnittstellen und Anforderungen des Projekts ab.

Fazit: Umgebungsbedingungen zuverlässig überwachen

Ein Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensor liefert Messdaten zu den klimatischen Bedingungen einer Energieanlage oder technischen Umgebung. Eine geeignete Positionierung und Konfiguration sind entscheidend, damit kritische Veränderungen zuverlässig erkannt und bei der Analyse von Anlagenzuständen berücksichtigt werden können.

Häufige Fragen

Was misst ein Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensor?

Der Sensor misst die Umgebungstemperatur in Grad Celsius und die relative Luftfeuchtigkeit in Prozent. Aus beiden Messwerten kann zusätzlich der Taupunkt berechnet werden.

Warum ist der Taupunkt für Energieanlagen relevant?

Der Taupunkt kennzeichnet die Temperatur, bei der die Luft mit Wasserdampf gesättigt ist. Erreicht oder unterschreitet eine Oberfläche diesen Wert, kann sich dort Kondenswasser bilden.

Wo sollte der Sensor montiert werden?

Der Montageort sollte für den zu überwachenden Bereich repräsentativ sein. Direkte Sonneneinstrahlung, lokale Wärmequellen, Luftauslässe und Bereiche ohne ausreichenden Luftaustausch sollten vermieden werden.

Kann ein Sensor direkt eine Kühlung oder Lüftung steuern?

Der Sensor stellt zunächst Messwerte bereit. Eine aktive Steuerung erfordert zusätzlich eine geeignete Steuerungslogik, ansteuerbare Aktoren und kompatible Schnittstellen.

Verwandte Artikel

CO₂-Zertifikate

Energieberatung

SaaS (Software as a Service)

Nach oben scrollen