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Der Arbeitspreis bezeichnet den Preis für eine tatsächlich bezogene oder gelieferte Energiemenge. Bei Strom wird er üblicherweise in Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh) oder Euro pro Megawattstunde (€/MWh) angegeben. Er bestimmt damit den verbrauchs- beziehungsweise mengenabhängigen Teil der Stromkosten oder Erlöse.

Der Arbeitspreis auf einen Blick

  • Der Arbeitspreis wird mit der bezogenen oder gelieferten Energiemenge multipliziert.
  • Je nach Vertrag kann er konstant, zeitabhängig oder an einen Strommarktpreis gekoppelt sein.
  • Der Arbeitspreis ist vom mengenunabhängigen Grundpreis und vom leistungsabhängigen Leistungspreis abzugrenzen.
  • Für die wirtschaftliche Optimierung eines Standorts müssen Arbeitspreis, Lastprofil, Leistungspreis, Netzentgelte und mögliche Rückspeiseerlöse gemeinsam betrachtet werden.

Wie werden Kosten anhand des Arbeitspreises berechnet?

Die verbrauchsabhängigen Stromkosten ergeben sich grundsätzlich aus der Energiemenge und dem jeweils geltenden Arbeitspreis:

Energiekosten=Energiemenge×Arbeitspreis\text{Energiekosten} = \text{Energiemenge} \times \text{Arbeitspreis}

Bezieht ein Unternehmen beispielsweise 10.000 kWh Strom zu einem Arbeitspreis von 20 ct/kWh beziehungsweise 0,20 €/kWh, entstehen daraus vereinfachte verbrauchsabhängige Kosten von 2.000 Euro. Grundpreise, Leistungspreise und weitere separat abgerechnete Bestandteile sind in dieser Rechnung nicht enthalten.

Welche Kosten im ausgewiesenen Arbeitspreis enthalten sind, hängt vom Vertrag und vom jeweiligen Energiemarkt ab. Bei einem Stromliefervertrag kann der Arbeitspreis neben der Energiebeschaffung auch Netzentgelte, Umlagen, Steuern und weitere Preisbestandteile umfassen. Diese Bestandteile können jedoch ebenfalls getrennt ausgewiesen werden.

Ein konstanter Arbeitspreis bleibt während des vereinbarten Zeitraums unverändert. Zeitabhängige Tarife unterscheiden dagegen beispielsweise zwischen festgelegten Hoch- und Niedertarifzeiten. Bei dynamischen Stromtarifen werden Schwankungen der Spotmarktpreise, insbesondere der Day-Ahead- oder Intraday-Märkte, in den vertraglich festgelegten Abrechnungsintervallen abgebildet. Dabei verändert sich häufig nur der marktpreisabhängige Anteil, während weitere Preisbestandteile konstant bleiben oder separat berechnet werden.

Wo spielt der Arbeitspreis eine wichtige Rolle?

Bei Gewerbe- und Industriestandorten beeinflusst der Arbeitspreis die Kosten des gesamten Strombezugs. Ein verändertes Lastprofil kann Kosten reduzieren, wenn flexible Verbraucher gezielt in Zeiträume mit niedrigeren Preisen verschoben werden.

Bei einem BESS kann der Arbeitspreis in die Lade- und Entladeplanung einfließen. Der Speicher kann in günstigeren Zeitfenstern geladen und bei höheren Bezugspreisen zur Versorgung lokaler Verbraucher eingesetzt werden, sofern die nutzbare Preisdifferenz Wirkungsgradverluste, Alterungskosten und weitere Betriebskosten übersteigt.

Auch bei der Einspeisung elektrischer Energie sind mengenabhängige Preise relevant. Ob und zu welchem Preis eingespeiste Energie vergütet wird, hängt vom jeweiligen Vertrag und Vermarktungsmodell ab.

Welche Grenzen und Voraussetzungen sind zu beachten?

Ein niedriger Arbeitspreis bedeutet nicht automatisch niedrige Gesamtstromkosten. Ein Tarif kann beispielsweise einen günstigen Arbeitspreis mit einem hohen Grund- oder Leistungspreis kombinieren. Bei C&I-Standorten können einzelne Lastspitzen die Gesamtkosten erheblich beeinflussen.

Für eine belastbare Bewertung werden zeitlich aufgelöste Messwerte, das Lastprofil und die vollständige Tarifstruktur benötigt. Bei dynamischen Tarifen müssen zusätzlich die für die jeweiligen Abrechnungsintervalle geltenden Preisdaten verfügbar sein. Eine automatisierte Optimierung setzt steuerbare Anlagen und geeignete Kommunikationsschnittstellen voraus.

Flexible Verbraucher und BESS bieten nur dann einen wirtschaftlichen Vorteil, wenn ausreichend verschiebbare Energie vorhanden ist und die erreichbare Preisdifferenz zusätzliche Verluste, Betriebskosten und mögliche Nutzungseinschränkungen übersteigt.

Wie unterstützt EcoPhi die arbeitspreisabhängige Optimierung?

EcoPhi kann bezogene und eingespeiste Energiemengen erfassen und zeitlich zuordnen. Wenn geeignete Preisdaten projektspezifisch über eine unterstützte Schnittstelle bereitgestellt werden, können Energieflüsse und daraus resultierende mengenabhängige Kosten gemeinsam ausgewertet werden.

Bei dynamischen Tarifen können solche Preissignale grundsätzlich in eine EMS-Strategie für BESS und flexible Verbraucher einfließen. Das EMS kann dabei weitere Betriebsziele wie Lastspitzenkappung, Eigenverbrauchsoptimierung oder erforderliche BESS-Reserven berücksichtigen. Die konkrete Umsetzung hängt von der verfügbaren Preisquelle, dem Übergabeweg, den Geräteschnittstellen und den Steuerungsmöglichkeiten des jeweiligen Projekts ab. Zusätzliche Integrations- oder Engineering-Leistungen können erforderlich sein.

Arbeitspreis zusammengefasst

Der Arbeitspreis ist der mengenabhängige Preis für bezogene oder gelieferte Energie. Für die Bewertung eines Stromtarifs oder einer EMS-Strategie darf er nicht isoliert betrachtet werden. Entscheidend sind die gesamte Tarifstruktur, das zeitliche Lastprofil und die technisch nutzbare Flexibilität des Standorts.

Häufige Fragen zum Arbeitspreis

Was ist der Unterschied zwischen Arbeitspreis und Grundpreis?

Der Arbeitspreis hängt von der bezogenen Energiemenge ab. Der Grundpreis fällt dagegen unabhängig vom tatsächlichen Verbrauch als verbrauchsunabhängiger Betrag an.

Was ist der Unterschied zwischen Arbeitspreis und Leistungspreis?

Der Arbeitspreis wird anhand der Energiemenge in kWh oder MWh berechnet. Der Leistungspreis richtet sich nach der höchsten gemessenen oder vertraglich vereinbarten Bezugsleistung in kW oder MW.

Kann sich der Arbeitspreis im Tagesverlauf ändern?

Ja. Bei zeitabhängigen oder dynamischen Tarifen kann der Arbeitspreis beziehungsweise sein marktpreisabhängiger Bestandteil innerhalb eines Tages variieren. Die genaue Preisbildung und das Abrechnungsintervall werden durch den jeweiligen Vertrag festgelegt.

Lohnt sich ein BESS bei einem dynamischen Arbeitspreis?

Ein BESS kann Preisunterschiede zwischen verschiedenen Zeitfenstern nutzen. Die Wirtschaftlichkeit hängt unter anderem davon ab, ob die nutzbare Preisdifferenz Wirkungsgradverluste, Alterungskosten und weitere Betriebskosten übersteigt.

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